Woche 1 in Uganda: Gewöhn Dich dran….
Ich liebe es ja, unterwegs zu sein. Ob in D mit verschiedenen Events (Legobautage, Unternehmensberatung, Teambuilding oder eben Six Bricks als Lerntool). Ich versuche, einmal im Jahr nach Uganda zu reisen, ein Land, das Gott mir aufs Herz gegeben hat. Hier bin ich unterwegs, um Six Bricks als spielerische Lernmethode in das hiesige Schulsystem zu implementieren.
Vieles ist auch nach sieben Jahren Engagement noch gewöhnungsbedürftig: Verständnis von Erziehung, altersgerechte Lernen, Kundenorientierung, aktivem Lernen u.v.m. Gewöhnungsbedürftig bedeutet eben auch, dass ich hier als Lernender unterwegs bin.
Die erste Woche war bereits komplett ausgefüllt mit Events: Montag Start meiner Anreise, Ankunft Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Seminare für Erzieherinnen in der Verona Stars Nursery School (Altersgruppe der Kinder vergleichbar mit Kindergarten). Gewöhnungsbedürftig hier: die 2-5jährigen Kinder sind wirklich in der Schule: lesen, schreiben, rechnen und man hört Sie kaum…. Ebenfalls ungewohnt für mich: die lernenden Erwachsenen stellen keine Fragen…, dann muss ich sie eben stellen.
Am Freitag Vorbereitung für ein Wochenendseminar für Kinderdienst-Mitarbeitende: Grundlagen für den Dienst an Kinder kreativ vermitteln. Anpassung an Lerngeschwindigkeit und Wissensstand ist ja auch in der Erwachsenenbildung nichts Neues. Begleitet werde ich in Uganda immer von Mary Nakalanzi. Ich stelle Sie immer vor als meine rechte und linke Hand inklusive meinem kulturellen Gewissen. Sie hilft mir seit Jahren, die typischen Fettnäpchen zu vermeiden – eine sehr große Unterstützung.
Am Sonntag durfte ich dann in einer typischen Dorfkirche (O-Ton des Verantwortlichen Pastors für die Christ Tower Church Bewegung!) über eine biblische Haltung zu Kindern sprechen. Da meine Predigten immer sehr anschaulich und mit Humor gewürzt sind, werde ich auch dort richtig und gut verstanden (natürlich mit der passenden Übersetzung von Mary!).
Woche 2 in Uganda: Verbindung und Aktion
Wenn man hauptsächlich mit einem Lernwerkzeug unterwegs ist und spielerisches Lernen in die Schulumgebung bringt, scheinen die Bilder immer ähnlich zu sein: lernende Lehrkräfte in Seminaren, spielend lernende Kinder in Schulklassen und immer diese Six Bricks.
Aber es gibt noch mehr: Durch Mary lerne ich verschiedene Schulen kennen: manchmal kleine Fachschulen wie die „Verona Stars Nursery School“ in Mukono, manchmal große innovative Schulen wie die „Esteem Junior School“ in Wakiso mit über 100 Lehrkräften.
Es ist immer interessant zu sehen, wie gut diese Lehrkräfte ausgebildet sind und wie dankbar sie auch die neuen Wege des Lernens angehen. Es ist nicht so schwierig für mich, wertschätzenden Kontakt aufzubauen, da ich es liebe, Humor und die gewinnende Lernatmosphäre von Six Bricks zu nutzen. Darüber hinaus weiß ich auch, dass auch ein großer Teil der Gnade von Gott beteiligt ist.
Abgesehen von Teaser-Sitzungen an verschiedenen Schulen hatten wir letzte Woche zwei Highlights: den ersten UN-Weltspieltag und ein Treffen mit Mitarbeitern von CfE Johannesburg hier in Kampala.
Der World Play Day kam mit einem Motto: Fehler zu machen ist in Ordnung (Sie hätten den Jubel der Kinder hören sollen – und den Blick der Erzieherinnen). Die Aktion dauerte mehr als zwei Stunden und sogar das Staatsfernsehen UBC war für einen Bericht in den Abendnachrichten da.
Menschen von CfE (Care for Education/Homeof Six Bricks) zu sehen, die den World Play Day im Flüchtlingscamp in der Nähe der Sudan-Grenze verbracht haben, ist immer aufschlussreich. Das einladende und sorgfältige Zuhören überrascht mich immer, denn ich weiß, wie beschäftigt sie sind. Es war toll, euch alle kennenzulernen.
Am Wochenende gab ich wieder ein Seminar für Sonntagsschul Mitarbeitende und am Sonntag war ich es, der die Bedeutung des Dienstes an Kindern in meinen Predigten ansprach.
Woche 3 in Uganda: zwischen Lernfreude und was das Leben lehrt

in der dritten Woche meines Aufenthaltes habe ich Besuch aus Kenia bekommen: Kate und Jeremy von „Science in the Suitcase“ wollten zum einen die Grundlagen von Six Bricks erlernen (Level 1und 2) und auch eine örtliche Schule besuchen.
Ich wollte lernen, wie Kate und Jeremy Kindern in Kenia Robotik-Kurse in entlegenen Schulen anbieten. Gemeinsam haben wir dann überlegt, wie wir dies in Kombination mit Unplugged Coding (Analoges Programmieren) auch in Uganda etablieren können.
Mit der Idee von Regenerativ Travel wird neben einem touristischen Programm auch die kulturelle, echte Seite des Lebens gezeigt (u.a. Menschen, die direkt Souvenirs herstellen, authentisches Essen zubereiten und eben auch den tatsächlichen Schulalltag zeigen).
Das reelle Leben in Uganda hat uns dann trotz allen Höhepunkten schnell eingeholt. Zum einen mussten wir zwei junge Teenagermädchen aus sehr prekären Situationen retten (Danke, Mary für dein schnelles und beherztes Eingreifen) und zum anderem einer bis dahin fröhlichen 12jährigen Seminar-Teilnehmerin mitteilen, wie ihre Mama im KH verstorben ist.
Schwups ist man wieder mittendrin in den kulturellen Unterschieden: ein für mich persönlich sehr verstörenden Familienverständnis, fehlender Traumabewältigung und purer notgetriebener Entscheidungspolitik.
Da merke ich schnell, trotz meiner 7 Jahre Engagement in Uganda: ich verstehe diese Kultur an manchen Stellen so gar nicht.
Rückblickend weiß ich durch das Feedback von Mary: alles hat seine Zeit und seinen Platz.
Hoffentlich lerne ich schnell dazu – bis zum nächsten Besuch.
